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Leben im Zuhause von morgen: Das muss man über das Smart Home wissen

Laut einer GfK-Studie sind 72 Prozent der Deutschen vom Nutzen eines Smart Homes überzeugt. Doch was ist ein Smart Home eigentlich und warum ist es in Deutschland noch nicht vollständig angekommen? Wir klären auf.

Die Jalousien schließen sich auf Zuruf, die Kaffeemaschine wird per App gesteuert, und das Licht schaltet sich automatisch aus, wenn man das Haus verlässt – was vor Jahren noch Zukunftsmusik war, ist mittlerweile Realität. Doch es gibt noch viele offene Fragen.

Wann ist ein Home ein Smart Home?

Der Begriff „Smart Home“ steht für ein schlaues, beziehungsweise intelligentes Zuhause. Egal ob Häuser, Wohnungen, Zimmer oder Geschäftsräume – durch die technische Aufrüstung kann alles zum Smart Home werden. Wegen fehlender Standards sind in Europa, Japan und den USA derzeit sogenannte „Insellösungen“ am stärksten verbreitet. Das heißt: Technische Systeme sind nur innerhalb ihrer eigenen Grenze wirksam und nicht mit ähnlichen Systemen kompatibel. Ein vielen Menschen womöglich vertrautes Beispiel aus einem anderen Bereich ist die Apple Watch, da sie nur mit dem iPhone steuerbar ist, aber nicht mit einem Android-Gerät.

Wie funktioniert ein Smart Home?

Ein Smart Home setzt sich aus mehreren unterschiedlichen Komponenten zusammen. Zunächst benötigt man eine Basisstation im eigenen Zuhause. Die nennt sich auch Gateway. Die verschiedenen Endgeräte laufen über diese Zentrale zusammen und lassen sich über sie steuern. Das Gateway ist also das Gehirn des Smart Homes. Des Weiteren werden verschiedene Sensoren benötigt, die unter anderem die Raumtemperatur, die Bewegung, die Helligkeit oder die Luftfeuchtigkeit messen – je nachdem, was gesteuert werden soll. Sie sind ebenfalls mit der Zentrale, dem Gateway, verbunden. Diese Sensoren werden immer dann benötigt, wenn zum Beispiel eine konstante Temperatur gehalten werden oder die Lampe bei erkannten Bewegungen angehen soll. Zu guter Letzt werden natürlich auch Endgeräte benötigt. Hier sollte man beachten, das sich die Geräte nicht immer miteinander koppeln lassen, wenn sie von verschiedenen Anbietern stammen.

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Steuern lässt sich das Smart Home per Fernbedienung. Das kann der Computer sein, aber auch ein Tablet oder ein Smartphone, das an einem zentralen Punkt in der Wohnung fixiert ist. Auch Über Sprachassistenten wie Amazons Alexa kann man einige Funktionen im Smart Home steuern.

 Welche Zielgruppe wird angepeilt?

Vor allem junge Erwachsenen im Alter von 18 bis 29 Jahren stehen der Technologie offen gegenüber. Laut einer Statista-Umfrage finden circa 32 Prozent von ihnen Smart-Home-Technologien „sehr interessant“. 52 Prozent beurteilen das intelligente Zuhause immerhin noch als „interessant“. In dieser Altersgruppe ist das Verständnis für die neuen Technologien also offenbar am stärksten. Außerdem ist hier die Bereitschaft am höchsten, sich auf etwas Neues einzulassen. Je älter die Befragten sind, desto geringer ist das Interesse am Zuhause der Zukunft.

Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer verspricht sich von den neuen Technologien vor allem eine Energieersparnis. Für 47 Prozent sind der Komfort und die Erleichterung im Alltag wichtig. Auf Platz drei liegt die zusätzliche Sicherheit, für die das Smart Home sorgen sollen.

Warum zögern die Deutschen noch mit der Umrüstung?

Smart Home-Technologien sind in Deutschland noch nicht wirklich etabliert. 2016 gaben 21 Prozent der Befragten kein Geld für diese Technik aus, zehn Prozent nur 50 bis 150 Euro. Immerhin 26 Prozent investierten zwischen 500 und 1.500 Euro in das fortschrittliche Zuhause. 15 Prozent gaben zwischen 1.500 und 5.000 Euro für das Zuhause der Zukunft aus.

Der Hauptgrund, aus dem das smarte Zuhause hierzulande noch nicht sehr verbreitet ist, sind die hohen Kosten, mit denen eine Umrüstung verbunden ist. Für 48 Prozent der Teilnehmer an der Statista-Studie sind die Kosten schlicht zu hoch. Rund 30 Prozent der Befragten hält ein mangelndes technisches Verständnis davon ab, die Umrüstung vorzunehmen. Der Datenschutz spielt nur für knapp ein Viertel eine Rolle.

Ich bin Mieter. Lohnt es sich die Immobilie umzubauen?

Ja. Denn bei nahezu allen Smart-Home-Techniken lässt sich das System einfach einbauen und simpel wieder ausbauen. Allerdings sollte man eine technische Umrüstung mit seinem Vermieter absprechen. Da viele Vermieter selbst an der Technik interessiert sind, würden sich viele sogar an den Kosten beteiligen, berichtete das „Stromondo“-Magazin.

Sind die Geräte in 10 bis 15 Jahren noch brauchbar?

Jein. Heutzutage erlebt man bereits, dass Elektrogeräte einen viel kürzeren Produktlebenszyklus haben. Fernseher werden mittlerweile im Schnitt etwa nach fünf bis sieben Jahren ausgetauscht. Früher wurde im Durschnitt nur alle 15 Jahre ein neues Gerät angeschafft.

Der Vorteil beim Smart Home ist allerdings, dass die Produkte fortlaufend durch Softwareupdates aktualisiert werden können. Sollte die Basis einmal veraltet sein, kann diese einfach ausgetauscht werden. Empfänger und Sensoren müssen aber nicht gewechselt werden.

Bildquellen: zhu difeng/Shutterstock.com