Wenn Sie schon einmal in New York waren, sind Sie sicher auch etwas über die 5th Avenue geschlendert. Sie ist neben dem Times Square die wohl berühmteste Straße New Yorks und unter Touristen bekannt für ihre zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten. Neben den Flagship-Stores international bekannter Marken liegen auf der 5th Avenue aber auch zahlreiche Bürogebäude und Hotels – und nun auch ein Logistikzentrum. Ich stieß vor rund anderthalb Jahren bei einem Aufenthalt in New York City zufällig auf das Gebäude des Online-Händlers Amazon und war überrascht: Ein Lagerhaus mitten im Stadtzentrum? So etwas hatte ich bis dahin noch nie gesehen.

Äußerlich hebt sich das Gebäude nicht besonders von den „normalen“ Häusern ab, die man auf einer der teuersten Straßen der Welt findet. In unmittelbarer Nähe des Empire State Buildings können Kunden dort nun jedoch auf der unteren Ebene ihre online bestellten Waren schon nach kurzer Zeit selbst abholen. Click & Collect nennt sich dieses Prinzip, das auch einige Einzelhändler in Deutschland anbieten. Richtig interessant wird es allerdings erst in den oberen Stockwerken. Denn dort hat Amazon großzügige Lagerhallen untergebracht, in denen Bestellungen von Prime-Now-Kunden bearbeitet werden. Über diesen Amazon-Dienst können Menschen, die in bestimmten Gebieten von New York wohnen, Lebensmittel und andere Artikel des täglichen Bedarfs bestellen und schon innerhalb einer Stunde nach Hause geliefert bekommen. Das zentrale Warenlager mitten in der Stadt macht es möglich.

Verändertes Einkaufsverhalten fordert neue Logistiklösungen

Das Einkaufsverhalten der Menschen hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Immer mehr wird online gekauft, und Kunden erwarten eine immer schnellere Lieferung der bestellten Waren. Schon mehr als 40 Prozent der Produkte aus der Medien- und Computerwelt werden etwa, laut einer GfK-Studie aus Oktober 2016, in Deutschland über das Internet geordert. Bei täglichen Verbrauchsgütern ist der Trend zwar hierzulande noch nicht so deutlich angekommen – laut GfK wird in diesem Bereich nur ein Prozent des Umsatzes online erwirtschaftet -, aber immerhin jeder fünfte Haushalt in Deutschland bestellt gelegentlich Lebensmittel und Co. online. Dass ein entsprechender Trend, auch diese Dinge im Internet zu shoppen, allerdings existiert und keinesfalls vernachlässigt werden darf, zeigt das Beispiel von Amazon in der 5th Avenue. Denn New York gehört zu den „trendy Cities“: Wenn ein neuer Trend dort in diesem Ausmaß sichtbar wird, kommt er etwas später meist auch an anderen Orten rund um die Welt an.

In Bezug auf die Veränderung des Einkaufsverhaltens spricht man auch von einer Digitalisierung im Einzelhandel. Gemeinsam mit der zunehmenden Urbanisierung handelt es sich dabei aktuell um einen der Mega-Trends in der Immobilienbranche. Denn diese Entwicklung sorgt dafür, dass Logistikhallen nicht mehr nur außerhalb von Städten stehen können, sondern näher an die Kunden und ihren Wohnraum heranrücken müssen. Es werden also mehr und neue Lagerflächen nachgefragt, wodurch sich auch Einstiegsmöglichkeiten für Immobilienfonds ergeben.

Auch in Deutschland entstehen neue Logistikzentren

Die neuen Lagerhallen, die als Reaktion auf das veränderte Einkaufsverhalten der Menschen entstehen, sind dabei oft kleiner, als man denken würde. Es handelt sich nicht mehr um riesige Gebäude mit einer Fläche von mehreren zehntausend Quadratmetern – wie nicht nur das Beispiel von Amazon in Manhattan zeigt. Auch in Deutschland sind in der Zwischenzeit einige Logistikzentren von DHL entstanden, die auf die besonders schnelle Belieferung der Kunden ausgelegt sind. Sie stehen allerdings nicht mitten in den Städten, sondern in ebenfalls attraktiven Stadtrandlagen. Dort werden bereits fertig gepackte Päckchen angeliefert und über Förderbänder in – vergleichsweise kleine – Hallen transportiert, wo sie vollautomatisch – und vor allem schnell – nach Postleitzahlen gescannt und sortiert werden. Über ein weiteres Förderband werden die Pakete dann direkt in das passende Zustellfahrzeug geladen und ausgeliefert, so dass auch die Kunden hierzulande nicht mehr tagelang auf ihre Bestellungen warten müssen.

 

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Bildquellen: Maremagnum/Getty Images