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Google-Daten zeigen: Angst vor einem Crash am US-Immobilienmarkt ist groß

Die US-Amerikaner sind in Sorge, denn wie eine aktuelle Google-Analyse zeigt, wird vermehrt die Frage „Wann wird der Immobilienmarkt zusammenbrechen?“ in die Suchmaschine getippt.

Wie Google Trends kürzlich veröffentlichte, ist die Anzahl der zuvor genannten Suchanfragen allein im März 2021 um insgesamt 2.450 Prozent gestiegen. Zusätzlich suchten die Amerikaner auch nach Erklärungen, weshalb der Immobilienmarkt derzeit so heiß ist und warum die Immobilienpreise stetig steigen, berichtete Google. Diese vermehrten Suchanfragen sind eine Reaktion auf den äußerst wettbewerbsintensiven Markt in den USA. „Wenn wir sehen, dass die Preise so schnell steigen wie wir, könnte dies für manche Menschen Erinnerungen an das letzte Mal wecken“, sagte Matthew Speakman, Ökonom bei Zillow, gegenüber MarketWatch. „Nach robusten Zuwächsen in den letzten fünf Jahren liegt der landesweite nominale Immobilienpreisindex nun 40 Prozent über seinem Tiefpunkt von 2012 und 4 Prozent über dem Höchststand von 2006. Wenn 2006 eine historische Blase war, sollte das aktuelle Preisniveau genauer betrachtet werden“, zitiert MarketWatch JPMorgan Research.

Auch Deutschland nicht von Trend verschont

Die Sorge der US-Amerikaner ist im Hinblick auf die jüngsten Entwicklungen mehr als verständlich, denn im Schnitt gingen die Immobilienpreise in den USA um 10,6 Prozent nach oben, während einzelne Städte sogar mit Steigerungen von bis zu 26 Prozent zu kämpfen haben. Hinzu kommt, dass allein im April mehr als 42 Prozent der Immobilien über ihrem Wert verkauft wurden. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von stolzen 16 Prozent. Dies berichtet Focus.de und gibt zu bedenken, dass nicht nur die USA mit einem unsicheren Immobilienmarkt zu kämpfen haben. Auch Deutschland ist von dem Trend betroffen und auch hierzulande steigen die Preise stark an. Grund für diese Entwicklung ist die allgemeine Unsicherheit und die dennoch erhöhte Nachfrage, denn während aufgrund der aktuellen Situation viele vom Verkauf ihrer Immobilien absehen, sind immer mehr Menschen gleichzeitig auf der Suche nach einem Haus oder einer Eigentumswohnung, um die niedrigen Kreditzinsen zu nutzen. Erst kürzlich verkündete das Statistische Bundesamt, dass Häuser und Eigentumswohnungen allein im vierten Quartal 2020 im Jahresvergleich um 8,1 Prozent im Preis gestiegen seien. Das bedeutet den stärksten Anstieg seit vier Jahren.

Droht nun eine Immobilienblase?

Obwohl der Immobilienmarkt in den USA und auch in Deutschland derzeit mehr als unsicher zu sein scheint, sind einige Experten sich sicher, dass beiden Ländern dennoch keine Immobilienblase droht. Gegenüber CNBC erklärt Daryl Fairweather, Chefökonomin der Analysefirma Redfin, die sich auf Immobilienpreise spezialisiert hat: „Wir sind mitnichten inmitten galoppierender Preise oder gar einer Blase“. Sie ist sich sicher, dass einige lokale Märkte eine Korrektur erfahren könnten und landesweit die Preise demnächst einfach weniger stark steigen werden. Den Grund dafür sieht Fairweather in zwei unterschiedlichen Entwicklungen. Zum einen ist sie davon überzeugt, dass sich mit einer sich entspannenden Pandemie das Angebot wieder erhöhen dürfte und zum anderen geht sie davon aus, dass die Kreditzinsen derzeit leicht ansteigen, was die Finanzierung teurer macht und somit einige vom Hauskauf abhalten dürfte. Ein Vergleich zur Situation wie vor der Finanzkrise 2007 scheint ihrer Meinung nach nicht naheliegend, da die USA ihre Kreditregeln seitdem deutlich verschärft haben.

 

 

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