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Expo Real 2023: Aktuelle Diskussionen und Trends in der Immobilienbranche

Die Expo Real 2023, die kürzlich in München abgehalten wurde, stellte erneut ihre Bedeutung als eine der größten Immobilienmessen in Europa unter Beweis, indem sie eine Fülle von Themen und Herausforderungen präsentierte, die die Immobilienbranche derzeit beschäftigen.

Hotelimmobilien auf der Expo Real 2023

Im Sektor der Hotelimmobilien diente die Expo Real 2023 als Forum für den Dialog zwischen Fachleuten aus der Hotel- und Immobilienbranche. Hier wurden aktuelle Markttrends, die durch die Krise hervorgerufen wurden, erörtert. Finanzexperten gaben Prognosen ab, die Marktausschüttungen, einen Zuwachs an Insolvenzen und beträchtliche Abschreibungen zum Jahresende betreffen, wie aus der Webseite der Messe ersichtlich ist. Darüber hinaus umfassten die Themen unter anderem die gestiegene Nachfrage im Sommer, erhöhte Preise und Nachhaltigkeitsbestrebungen in der Branche sowie die finanziellen Herausforderungen durch die Pandemie und deren Einfluss auf Transaktionen im Bereich der Hotelimmobilien.

Parallel dazu wurde im Sommer 2023 eine steigende Marktaktivität im Bereich der Hotelimmobilien verzeichnet, wie ein Beitrag auf der Expo Real-Webseite darlegt. Die Branche erlebt eine höhere Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr und hat die Preise deutlich angehoben, was eine ungebrochene Reiselust reflektiert. In Deutschland beispielsweise zahlen Urlauber im Durchschnitt 12 Prozent mehr, während in führenden Hotels in Berg- oder Küstenregionen die Preise um 20 bis 30 Prozent angestiegen sind, wobei die Ausgabenbereitschaft im Luxussegment besonders hoch erscheint, wie es weiter heißt.

Des Weiteren hat sich die städtische Hotellerie nach anfänglichen Schwierigkeiten wieder erholt. Insbesondere Budget-Lifestyle-Hotels ziehen Nutzen aus der auflebenden Nachfrage im Tourismussektor, wie der Beitrag verdeutlicht. Zudem verzeichnen Geschäftsreisen, Seminare und kleinere Tagungen eine steigende Nachfrage, die die Erwartungen übersteigt.

Büroimmobilien

Im Segment der Büroimmobilien hingegen wurde auf der Expo Real 2023 ebenfalls eine Vielzahl aktueller Trends und Herausforderungen diskutiert, die den Markt prägen. Hier konnten sich die Teilnehmer auch über die neuesten Entwicklungen informieren und mit anderen Fachleuten austauschen

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum und die zunehmende Tendenz zum Homeoffice, beeinflussen auch die Investitionsentscheidungen im Bereich der Büroimmobilien, wie Engage in einem Online-Beitrag berichtet. Es wurde zudem beobachtet, dass klassische Büroinvestoren nun auch im Wohnimmobiliensegment aktiv werden.

Die Entwicklung hin zum Homeoffice führe zu einem erhöhten Bedarf an Wohnraum und damit auch zu einem größeren Bedarf an privaten Quadratmetern pro Person, so Engage weiter. Trotz der Herausforderungen, die mit hohen Regulierungen, insbesondere bei Renovierungen und ESG-Anforderungen (Environmental, Social, Governance), einhergehen, wird die Wohnimmobilie in Deutschland weiterhin als stabile und sichere Investition wahrgenommen.

Während der Expo Real 2023 wurde laut eigenen Angaben auch deutlich, dass die schwache Konjunktur nicht zu einer höheren Kostensensibilität der Büromieter geführt hat. Unternehmen leiden eher unter Rekrutierungsproblemen und dem Mangel an kurzfristig verfügbaren, hochwertigen Büros an attraktiven Standorten. Unternehmen, die umziehen möchten, suchen daher nicht unbedingt nach größeren, sondern nach qualitativ hochwertigeren Flächen, wie es weiter heißt. Flexible Arbeitszeitmodelle und Remote Work haben zudem neue Möglichkeiten eröffnet, die die gesamten Standortkosten nicht zu stark steigen lassen oder einen Wechsel in ein deutlich besseres Objekt insgesamt sogar kostenneutral gestalten lassen, so die Expo Real abschließend.

Digitalisierung und ESG

Die Thematik der Digitalisierung und Innovation fand während der Expo Real 2023 besondere Beachtung, da sie entscheidende Aspekte der aktuellen und zukünftigen Entwicklung in der Immobilienbranche repräsentiert. Hierbei wurde insbesondere auf die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation in der Immobilienwirtschaft eingegangen, wie aus der Messe-Webseite hervorgeht. Die Messe diente als Plattform, auf der über digitale Lösungen in Bezug auf Planung, Betrieb, Bewertung und Investition in Immobilien diskutiert wurde.

Durch die Digitalisierung, so wurde argumentiert, könnte die Immobilienbranche effizienter und nachhaltiger gestaltet werden, was in der heutigen Zeit angesichts des Fachkräftemangels und der Anforderungen der ESG-Taxonomie fast unumgänglich erscheine. Die Digitalisierung trage dabei dazu bei, Prozesse zu automatisieren und könnte somit zumindest in bestimmten Bereichen eine Lösung für den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften bieten.

Zudem wurden die ESG-Themen Environmental, Social, Governance auf der Expo Real 2023 intensiv diskutiert. ESG-Themen seien in der Immobilienbranche von großer Bedeutung, da sie eine nachhaltige und sozial verantwortliche Geschäftsführung fördern, wie die deutsche bauzeitung in einem Online-Beitrag berichtet. Im Rahmen der Expo Real wurden vielfältige Angebote rund um das Themenfeld ESG präsentiert, einschließlich der Gebäuderessourcenpass und die BEG-Förderung mit dem dazugehörigen QNG-Siegel.

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) spielte dabei eine zentrale Rolle und informierte über die Bedeutung von nachhaltigem und klimagerechtem Bauen. Es wurde betont, dass die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Immobilienwirtschaft immer mehr an Bedeutung gewonnen haben und dass immer mehr Investoren, Bauherren, Projektentwickler und Bestandshalter sich aktiv mit den Möglichkeiten und Anforderungen im ESG-Kontext auseinandersetzen.

 

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