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Folgen der Pandemie: Immobilienangebot schrumpft

Steigende Immobilienpreise, hohe Nachfrage, günstige Zinsen und nun sinkt zusätzlich das Angebot. Die Bedingungen auf dem deutschen Immobilienmarkt lassen Medien und Experten immer wieder darüber spekulieren, ob sich in Deutschland im Jahr 2021 eine Immobilienblase entwickelt.

Immobilien werden teurer

Die Corona-Pandemie schien zunächst kaum Auswirkungen auf den deutschen Immobilienmarkt gehabt zu haben, denn die Immobilienpreise stiegen kontinuierlich weiter an, die Nachfrage blieb hoch und die Zinsen dafür weiterhin günstig. Diese Entwicklung wurde kürzlich vom Statistischen Bundesamt bestätigt, welches erklärte, dass im vierten Quartal 2020 Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser im Schnitt um 8,1 Prozent teurer angeboten wurden als noch im Jahr zuvor.

Weniger Immobilien zum Angebot

Im Auftrag der Postbank hat Kantar eine repräsentative Umfrage durchgeführt, die WELT vorliegt. Diese sollte den Ursachen für die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt auf den Grund gehen. In Deutschland findet derzeit eine Verknappung des Immobilienangebot statt, lautet das Umfrageergebnis. Demnach hält besonders die Corona-Pandemie potenzielle Immobilienverkäufer davon ab, ihr Haus oder ihre Wohnung auch wirklich zum Verkauf anzubieten.

Die Umfrage ermittelte, dass knapp die Hälfte der Befragten Zweifel haben, denn insgesamt 49,6 Prozent zögern, den Verkauf ihrer vier Wände anzugehen. Grund dafür ist dabei jedoch nicht die Sorge vor drohender finanzieller Unsicherheit, sondern vielmehr die Angst vor dem direkten Kontakt mit Maklern und Kaufinteressenten. Die Umfrageteilnehmer gaben an, den Kontakt meiden zu wollen und dafür seien sie bereit den Verkauf ihrer Immobilie hinauszuzögern.

Immobilienkauf wird schwieriger

Aber nicht nur Immobilienverkäufer zögern aufgrund der aktuellen Lage ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, auch potenzielle Käufer schätzen den Immobilienmarkt derzeit als kritisch ein. Insgesamt machen sich zwei Drittel der Deutschen aktuell Sorgen über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Interhyp mit Statista, die im Oktober unter 1.000 Bundesbürgern durchgeführt wurde. Demnach glauben drei Viertel, dass es durch die Corona-Krise sogar noch schwerer werden wird, den Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen.

Der Ausblick auf die Zukunft des Immobilienerwerbs fällt bei den meisten Bundesbürgern angesichts der Corona-Krise sorgenvoll aus. Mit 49 Prozent befürchtet fast jeder Zweite, dass sich durch die Pandemie die wirtschaftliche Situation von Immobilieninteressenten verschlechtern könnte. Jeder Vierte meint, der Erwerb werde noch schwieriger, weil die Immobilienpreise durch Corona steigen werden. Lediglich 21 Prozent denken, dass Corona keinen Einfluss auf den Immobilienmarkt hat und nur 4 Prozent erwarten sinkende Immobilienpreise aufgrund von Corona.

Bildquellen: Anna Jastrzebska/Shutterstock.com