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IWF warnt vor einer Immobilienblase in Deutschland

Der Internationale Währungsfonds ist besorgt über die Immobilienpreise in deutschen Städten und hat vor Anzeichen einer Blase gewarnt.

In seinem jährlichen Bericht zu Deutschland zeichnete der IWF grundsätzlich ein positives Bild: So sei die deutsche Wirtschaft ein Muster an Stabilität und werde sich voraussichtlich auch weiterhin gut entwickeln. Jedoch gebe es auch Risiken, darunter die Immobilienpreisentwicklung.

Teure Hotspots

Insgesamt legten die Immobilienpreise zwar nur moderat zu, jedoch gebe es in einigen „Hotspots“ prozentual zweistellige Steigerungsraten. „Die Direktoren betonen, dass der Preisanstieg bei Hauspreisen in Deutschlands dynamischsten Städten eine genaue Beobachtung verdient“, heißt es im IWF-Bericht.

Überteuerte Preise beklagt der IWF vor allem in München, Hannover, Hamburg und Frankfurt. Aber auch in Stuttgart und Düsseldorf gebe es Anzeichen einer Überbewertung.

Auf der einen Seite sei die Nachfrage gewachsen – angetrieben vom niedrigen Zinsniveau, der Zuwanderung und steigenden Einkommen. Andererseits bleibe das Angebot spärlich, denn die hohe Auslastung des Bausektors aber auch strenge Vorschriften sorgen für eine geringe Neubauquote.

Bundesregierung soll einschreiten

Die IWF-Experten befürchten, dass sich viele Immobilienkäufer womöglich zu hoch verschulden. Diese Schuldner könnten in ernste Schwierigkeiten geraten, wenn das Zinsniveau wieder steigt und sie nach Ablauf ihrer Zinsbindung die Anschlussfinanzierung sichern müssen.

Da dies nicht nur für die Immobilienbesitzer, sondern auch für die Banken böse Folgen haben könne, solle Berlin mehr unternehmen, um den Preisanstieg in Ballungsgebieten zu bremsen. So könnte die Bundesregierung die örtlichen Verwaltungen dazu ermuntern, ihre Bauvorschriften zu lockern, empfiehlt der IWF.

Bundesbank gibt Entwarnung

Zwar räumte der IWF ein, dass er für eine genaue Untersuchung mehr Daten benötige. Trotzdem verwies er auf die Möglichkeit, dass aufgrund überteuerter Immobilien punktuell finanzielle Anfälligkeiten entstehen könnten.

Die deutsche Bundesbank hält derzeit etwa 15 bis 30 Prozent der Wohnimmobilien – vor allem in Ballungszentren – für überbewertet. Trotzdem bereitet ihr der Gedanke einer Immobilienblase anscheinend keine Sorgen: Sie geht davon aus, dass das deutsche Finanzsystem einen Rückgang der Immobilienpreise um bis zu 30 Prozent verkraften kann. So sei die Kapitalausstattung der Banken selbst dann noch ausreichend, wenn gleichzeitig die Arbeitslosenquote auf acht Prozent klettern sollte.

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