Diese Grafik zeigt, dass die goldene Zeit der Shopping-Center vorbei ist

Seit einigen Jahren wird immer deutlicher, dass der Bau-Boom bei Shopping-Centern allmählich abflaut. Inzwischen löst beispielsweise das Online-Shopping nach und nach den Ausflug in die Einkaufszentren ab, was den Bau der großen Geschäfts-Objekte stagnieren lässt.

Eine Info-Grafik von „Statista“ basierend auf Daten des EHI Retail Instituts lässt unschwer erkennen, dass sich die Zahl der Einkaufszentren in Deutschland nicht mehr so rasant entwickelt wie noch vor einigen Jahren. Denn seit etwa 2010 werden viel weniger Shoppingcenter gebaut. Während zwischen 1990 und 2010 deutschlandweit fast 350 neue Shoppingcenter errichten wurden, folgten in den darauffolgenden sieben Jahren bis 2017 nur etwa 50 weitere Gebäude. Es gibt einige Gründe, die hinter dieser Entwicklung stecken könnten.

Infografik: Shoppingcenter - Der Anfang vom Ende des Booms | Statista

Kundenmangel?

Der Rückgang des Bau-Booms kann mit dem stark angestiegenen Online-Trend in Verbindung gebracht werden. Denn Betreiber von Filialen in Einkaufszentren vermeldeten in den letzten Jahren einen Rückgang der Kundschaft. Gleichzeitig ist in der Zeitspanne des Baurückgangs eine Steigerung des Umsatzes im Online-Handel zu erkennen: Von 24,4 Milliarden Euro im Jahr 2010 stieg der Umsatz im E-Commerce auf schätzungsweise 48,7 Milliarden Euro im Jahr 2017, wie einer weiteren Info-Grafik von „Statista“ zu entnehmen ist. Möglicherweise ist das Online-Shopping von Zuhause aus einfach bequemer und überwiegt dadurch das Erlebnis eines Besuchs im nächsten Shoppingzentrum. Der Rückgang der Kundschaft in der realen Welt führt jedenfalls in vielen Fällen zu schrumpfenden Umsatzzahlen und letztendlich zu einer Zunahme von leerstehenden Verkaufsräumen.

Themenspecial Logistik

Der Online-Handel boomt, neue innovative Warenzentren entstehen. Diese Entwicklung können auch Anleger für sich nutzen, denn Logistik-Immobilien bieten hohe Renditen.

Zu viele Zentren an einem Standort

Die Trendwende, die beim Shopping-Center-Bau zu beobachten ist, kann jedoch nicht allein mit dem Online-Shopping-Trend, sondern auch mit einer bereits zu hohen und „sättigenden“ Bestandszahl erklärt werden. Am Beispiel Berlin ist zu erkennen, dass die Zahl der Shoppingcenter möglicherweise bereits voll ausgeschöpft ist: Die Bundeshauptstadt sei mit 67 Zentren zu dicht mit den großen Einkaufsobjekten bebaut, so Stadtplaner Thomas Krüger im Interview mit dem „Tagesspiegel“. Für die in B-Lage bestehenden Einkaufszentren prophezeit der Professor für Stadtplanung sogar ein „Center-Sterben“. Nur Zentren, die in optimaler Lage erbaut wurden, könnten trotz Online-Boom durch aktives Management bestehen und sich als zukunftsfähig erweisen, so Krüger gegenüber dem „Tagesspiegel“.

Neue Angebotsausrichtung

Aufgrund der genannten Problematik kombinieren neue Einkaufszentren vermehrt Verkauf und Gastronomie mit Wohnflächen und Büroräumen innerhalb eines Objektes. So soll ein einziges, großes Gebäude eine breit gestreute Zahl an potentiellen Kunden, Mietern und Pächtern anziehen. Auf diese Art und Weise können Mieteinnahmen aus verschiedenen Gewerbearten generiert und die Wahrscheinlichkeit von gehäuft auftretenden Leerständen reduziert werden.

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