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So will ein Start-up mit Luxus-Hausbooten dem steigenden Meeresspiegel trotzen

Der Klimawandel und der damit einhergehende steigende Meeresspiegel werden mehr und mehr zum Problem. Das  brachte ein US-amerikanisches Start-up nun auf die Idee, eine nachhaltige, schwimmende Luxus-Villa zu entwerfen – eine Mischung aus Wohnhaus, Yacht und Ölbohrinsel.

Nicolas Derouin und Arnaud Luguet sind die Gründer des Start-ups Arkup. Sie beschreiben das Entwickeln von Lösungen, um mit dem Klimawandel umgehen zu können, als eine der wichtigsten Aufgaben der heutigen Generation. Um diese anzugehen, haben sie sich mit dem Architekten Koen Olthius zusammengetan und ein nachhaltiges, schwimmendes Zuhause entworfen. Anfang November letzten Jahres wurde das Projekt auf der Fort Lauderdale International Boat Show vorgestellt. In Design und Exklusivität ähneln die Luxus-Hausboote hochmodernen Villen.

Rundum-sorglos-Paket

Da bereits die Liegeplätze Unmengen an Geld kosten – vom Hausboot ganz zu schweigen -, richtet sich Arkup eher an eine wohlhabende Kundschaft. Das Boot besteht aus einem Wohnzimmer, vier Schlafzimmern, Bad, Küche und Waschraum. Es soll über bodentiefe Fenster verfügen und generell sehr viel Glas beinhalten. Darüber hinaus ist natürlich für WLAN und diverse andere Unterhaltungsmöglichkeiten gesorgt.

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Insgesamt soll die außergewöhnliche Wohn-Yacht etwa 400 Quadratmeter groß und komplett autonom sein. 30-Kilowatt-Solarpaneelen sorgen dafür, dass genügend Energie produziert wird, um vollkommen losgelöst vom Netz auf dem Meer überleben zu können. Spezielle Lithiumbatterien speichern zudem bis zu 1.000 kWh überschüssigen Strom. Auch der Wasserbedarf soll eigenständig gedeckt werden. Dazu wird Regenwasser auf dem Dach gesammelt und in ein Lager geleitet. Das Regenwasser soll schließlich gefiltert werden und so als Trinkwasser zur Verfügung stehen. Für Sanitäranlagen soll ebenfalls genug übrigbleiben.

Seekranke müssen sich keine Sorgen machen

Auch wer seekrank ist und sich normalerweise nicht gerne auf Booten aufhält, soll sich auf der schwimmenden Luxusvilla wie zu Hause fühlen können. Denn das Arkup-Boot verfügt über hydraulisch-ausfahrbare Beine, um so Wind und Wetter zu trotzen. Sobald eine ruhige, relativ flache Stelle gefunden ist, werden die Beine ausgefahren und man fühlt sich wie auf festem Boden – ganz ohne Wellen und andere Schwankungen.

Neben dem steigenden Meeresspiegel bringt der Klimawandel aber auch Stürme und Unwetter mit sich. Doch auch das soll kein Problem für das Luxus-Hausboot sein. Selbst Stürmen mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h – das entspräche einem Hurrikan der Stufe vier – soll es standhalten können. Hierzu soll das Boot einfach seine Beine einziehen und sich wie eine Boje auf dem Wasser treiben lassen.

Auch Individualisierbarkeit kommt nicht zu kurz

Wie bei einem gewöhnlichen Haus sind den eigenen Ideen und Wünschen auch bei dieser schwimmenden Villa nahezu keine Grenzen gesetzt. Die Besitzer können selbst entscheiden, welche Extras sie gerne hätten. So kann einerseits über Features wie Solardach, Batteriekapazität oder hydraulische Beine entschieden werden. Darüber hinaus darf aber auch der Luxus nicht fehlen. Zukünftige Hausboot-Besitzer können einen Anlegeplatz für ein kleines Boot oder einen Jet-Ski, die Größe der Wohnfläche sowie eine Freiluft-Terrasse wählen. Doch der Spaß hat auch seinen Preis – ein Hausboot soll je nach Ausstattung etwa zwei Millionen Euro kosten.

Bereits nächsten Monat soll ein erster Prototyp auf dem Miami River schwimmen. Nicoals Derouin, einer der Start-up-Gründer: „Die Yachten sind speziell für die Gewässer in Miami und Florida designt, können aber weltweit an die jeweilige Situation angepasst werden.“ Nach Miami werden Tests in New York und Tokio folgen. Im Juni dieses Jahres sollen die Luxus-Hausboote schließlich auf den Markt kommen.

Bildquellen: ARKUP