Schritt für Schritt in die eigenen vier Wände – So funktioniert der Immobilienkauf

Die aktuell niedrigen Zinsen erlauben eine günstige Finanzierung. Der Traum vom Wohnen in den eigenen vier Wänden erscheint daher vielen Menschen realisierbar.

Aber auch als Anlageobjekt sind Immobilien sehr begehrt, immerhin genießen sie in Krisenzeiten den Ruf eines sicheren Hafens. Hier erhalten Sie eine Anleitung zum Immobilienerwerb.

Schritt 1: Ziele festlegen

An erster Stelle steht, sich eingehend Gedanken darüber zu machen, welches Ziel man mit dem Immobilienkauf verfolgen möchte: Möchte man die Immobilie selbst bewohnen oder soll sie als Renditeobjekt vermietet werden? Welche Lage und Ausgestaltung ist für das Haus oder die Wohnung gewünscht?

Wer eine Immobilie kauft, bindet sich in der Regel langfristig. Für viele ist es aufgrund des hohen Preises und der Bindung an einen konkreten geographischen Ort sogar eine Entscheidung fürs Leben. Daher sollte der Kauf wohlüberlegt sein. Die persönliche Lebensplanung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Schritt 2: Was kann ich mir leisten?

Anschließend stellen Sie fest, wie teuer Ihre Immobilie sein darf bzw. ob Sie sich Ihre Wunschimmobilie leisten können. Wichtig ist dabei, wie viel Eigenkapital Sie einbringen können. Wer weiß, dass er sich eine eigene Immobilie wünscht, sollte rechtzeitig mit dem Ansparen beginnen. Zum einen erhöht sich dadurch die Chance, dass später das Geld auch tatsächlich für die Wunschimmobilie reicht, zum anderen ist eine Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital üblicherweise teurer, weil sich hierbei das Risiko für das Finanzinstitut erhöht.

grundbesitz europa

Beeindruckende Immobilien für Ihr Depot? Aus ganz Europa? Mit grundbesitz europa können Anleger einfach in den europäischen Immobilienmarkt investieren. Und all das schon ab kleinen Geldbeträgen.

Zudem gilt es auszurechnen, welche monatliche Belastung Sie stemmen können, indem Sie ihre Ausgaben, auf die Sie nicht verzichten können, von Ihrem Einkommen (Gehalt, Zinserträge, Mieteinnahmen, Kindergeld, ect.) abziehen. Überlegen Sie sich dazu gut, welche regelmäßigen Ausgaben Sie haben, z.B. für Lebensmittel, Kleider, Auto, Versicherungen ect. Viele begehen dabei den Fehler, ihre Ausgaben nicht richtig, sondern zu niedrig einzuschätzen. Beispielsweise wird dabei oft übersehen, dass für eine eigene Immobilie immer mal wieder Kosten für Reparaturen und im Falle einer Eigentumswohnung ein Hausgeld anfallen. Ihr Kreditgeber kann Ihnen hier helfen, eine realistische, auf Statistiken basierte Berechnung anzustellen. Planen Sie daher wenn möglich auch einen Puffer für unvorhergesehene Kosten ein.

Schritt 3: Das passende Objekt finden

Bei der Suche nach dem passenden Objekt können Sie selbst beispielsweise online auf Immobilienportalen oder in Zeitungen recherchieren. Alternativ können Sie auch einen Makler beauftragen, der allerdings für seine Tätigkeit eine Gebühr verlangt. Dabei hängt es vom jeweiligen Bundesland ab, wie hoch die Maklergebühr sein darf und wer sie zu bezahlen hat.

Haben Sie ein interessantes Objekt gefunden und einen Besichtigungstermin vereinbart, so sollten Sie sich gut darauf vorbereiten. Ratsam ist es etwa, eine Liste mit allen Fragen und wichtigen Punkten mitzunehmen, damit Sie vor Ort alle wichtigen Aspekte klären können und nichts vergessen. Außerdem kann es sinnvoll sein, sich von Freunden, Familienmitgliedern oder einer Fachkraft begleiten und beraten zu lassen.

Schritt 4: Finanzierung regeln

Haben Sie die passende Immobilie gefunden und sich mit dem Verkäufer verständigt, gilt es die Finanzierung für dieses konkrete Objekt mit ihrer Bank zu klären. Hierbei können Sie viel Zeit sparen, wenn Sie gut vorbereitet in das Finanzierungsgespräch gehen. Damit Ihr Berater gleich loslegen kann, braucht er neben Ihrem Personalausweis oder Reisepass noch Unterlagen zu Ihrem Eigenkapital, zu Ihrem Einkommen (Gehaltsnachweis, Bilanzen, Steuerunterlagen ect.), eine Aufstellung der monatlichen Ausgaben, die Unterlagen zum Kaufobjekt (Exposé mit Kaufpreis, Baupläne, Grundbuchauszug, Fotos, Baugenehmigung ect.) sowie eine Schätzung der Bau- oder anfallender Modernisierungskosten.

Im Verlauf des Finanzierungsgesprächs wird nochmal überprüft, ob Sie sich die Wunschimmobilie auch leisten können. Vergessen Sie nicht: Es liegt weder in Ihrem noch im Interesse der Bank, wenn Sie sich übernehmen!

Außerdem klärt Ihr Berater auch alle weiteren Aspekte der Fremdfinanzierung mit Ihnen: Welche Finanzierungsform (z.B. Annuitätendarlehen, Festdarlehen oder Bausparvertrag) ist am besten für Sie geeignet? Welche Sicherheiten können Sie bieten? Sind Sondertilgungen möglich? Welche Laufzeit soll das Darlehen haben?

In der aktuellen Niedrigzinsphase macht etwa eine lange Laufzeit von 20 Jahren Sinn. Aber vergessen Sie nicht: Nach Ablauf dieser Frist können die Zinssätze deutlich über dem aktuellen Niveau liegen, was, falls Ihre Immobilie dann noch nicht abbezahlt ist, auch Ihre monatliche Belastung erhöht!

Schritt 5: Der Kaufvertrag für die Immobilie

Nach Abschluss eines Finanzierungsvertrags kann zusammen mit dem Verkäufer und dem eventuell eingeschalteten Makler ein Notartermin vereinbart werden, um den Kauf über die Bühne zu bringen. Hierbei sollten Sie im Vorfeld beim Notar anfragen, was Sie zu diesem Termin mitbringen müssen.

Der Notar wird im Verlauf des gemeinsamen Treffens mit allen Beteiligten den Kaufvertrag vollständig vorlesen, einige Sachverhalte nochmal verständlich erläutern und eventuell noch offene Fragen beantworten. Anschließend wird der Kaufvertrag für die Immobilie von Käufer, Verkäufer und Notar unterzeichnet.

Nun müssen Sie sich nur noch gedulden, bis Sie vom Makler eine Aufforderung zur Kaufpreiszahlung erhalten. Wichtig: Überweisen Sie das Geld erst nach Erhalt der Zahlungsaufforderung! Nachdem der Verkäufer die vereinbarte Summe erhalten hat, erfolgt die Änderung im Grundbuch, d.h. Sie werden als neuer Eigentümer eingetragen. Ab diesem Zeitpunkt sind Sie der stolze Besitzer eines Grundstücks, einer Wohnung oder eines Hauses.

Bildquellen: Serhii Krot / Shutterstock.com